Endspurt in Köln - meine Eindrücke

Autor: Dr. Wolfgang Wettengel
Mo. 30. Mai 2011 | 11:27 Uhr



In drei Wochen, am 19. Juni, geht in Köln unsere Tutanchamun-Ausstellung nun definitiv zu Ende. Fest steht: Mit derzeit über 360.000 Besuchern seit September letzten Jahres können wir wieder eine überaus erfolgreiche Bilanz ziehen.

Zum Endspurt in Köln haben Dr. Martin v. Falck und ich als leitende Wissenschaftler letzte Woche am Donnerstag einen Kuratorenabend angeboten. In diesem Rahmen geben wir nach einem kleinem Sektempfang einem sehr interessierten Publikum Einblick hinter die Kulissen, und zwar in die Geschichte der Ausstellung. Mein Kollege Dr. Martin v. Falck zeigte anhand von beeindruckendem Fotomaterial, wie unter seiner wissenschaftlichen Kontrolle in den Werkstätten Ägyptens die Repliken der Ausstellung entstanden sind, und ich berichtete über Anfänge der Howard Carter-Sonderausstellung in England. Für die anschließende Führung war Gelegenheit und jede Menge Zeit für Fragen, die sonst in „normalen“ Führungen nicht beantwortet werden können.

Dann am nächsten Tag, nach einer Besprechung, noch ein Besuch in der Ausstellung. Obwohl ich „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ als einer der beiden leitenden Wissenschaftler von Anfang an begleitet habe und gewissermaßen in- und auswendig kenne, bin ich immer wieder beeindruckt von der Atmosphäre, die mich dort empfängt. Präsentation der Ausstellung. Objekte, Grafiken, Filme und Audioguide bilden ein harmonisches, rundherum gelungenes und einzigartiges Gesamtwerk. Durch Teamarbeit und Engagement ist eine Ausstellung entstanden, welche die archäologischen Präsentationen für alle Zeit nachhaltig beeinflussen wird. Und die Mitarbeiter vor Ort tun ihr Bestes, damit der Betrieb gut funktioniert.

Meine sonstigen Eindrücke von diesem ganz normalen Werktag: Großer Andrang an Besuchern, am Vormittag wieder enorm viele Schüler, ab Mittag dann „normales“ Publikum, d.h. gemischt durch alle Schichten und Altersklassen. So wie sich die Lage jetzt entwickelt, dürften am Ende mehr als 400.000 Besucher gezählt werden. Frau Helge Kranz, die in unserer Ausstellung die Gruppen betreut, teilte mir am Freitag noch die Anzahl der Führungen in Köln mit: Es waren sage und schreibe an die 1.500 Führungen, die in der Ausstellung gemacht worden sind. Tutanchamun und das Alte Ägypten – das ist ein wunderbarer wie wertvoller Beitrag für eine spannende und unterhaltsame kulturelle Bildung in Köln, und das über viele Monate, ohne dass das Interesse nachlässt!

Noch ein Tipp: Wegen dem zu erwartenden Andrang in den letzten Wochen empfehle ich jedem, der die Ausstellung noch gerne sehen möchte, je nach Möglichkeiten am Besten an den Werktagen zu kommen und sich online entsprechende Tickets zu sichern. Infos dazu findet man auf unserer Webseite. Zudem gibt es an den letzten beiden Wochenenden Abendöffnungen. Ich darf mich bei allen, die unsere Ausstellung besucht haben und noch besuchen werden, schon mal sehr herzlich bedanken!

Ihr Dr. Wolfgang Wettengel

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Dr. Wolfgang Wettengel



Ägyptologe und wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung