Autor: Dr. Wolfgang Wettengel
Fr. 25. März 2011 | 10:28 Uhr
Der Preis der Maske/ des Grabfundes ist völlig unerheblich, denn der kulturhistorische Wert für die Menschheit ist unendlich hoch. Menschen, die das Potential haben, 140 Mio. € für ein Bild auszugeben, um es schlicht zu besitzen, sollten sich fragen, ob das das bloße Besitzen erstrebenswert ist. Ein solcher Betrag, eingesetzt in die Erforschung der Vergangenheit oder der Zukunft, wird ebenfalls zu Ruhm und Ehre führen - siehe Lord Carnarvon. Wenn wir wissen, woher wir kommen und wohin die Reise gehen kann - werden wir eine Zukunft haben. Die "Sternstunde" am Freitag Abend war ein ganz besonderes Erlebnis, für das ich den Veranstaltern sehr danke. Auch war es ein angenehmes Publikum, insbesondere ein blonde, junge Dame, die ebenso immer wieder staunend und lächelnd vor all den Schätzen stand wie ich. Dabei sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen. Schade, dass wir uns aus den Augen verloren haben - hätte sie gerne zu ihrer Meinung befragt. Insgesamt verdient der Abend das Prädikat "Sternstunde"
Anmerkung des Tutanchamun-Ausstellungs-Teams
Lieber Italienreisender,
Ihr Beitrag ist ein wunderbares Schlusswort auf die Frage nach dem materiellen Wert und dem privaten Besitz von einzigartigen Kunstgegenständen. Generell gilt schon immer: Wenn jemand Geld und Macht nicht für egoistische Zwecke einsetzt, sondern für eine gute Sache, der er aus Überzeugung und auch von Herzen dient, dann entstehen großartige Dinge. Leider geschehen um Kunstwerke immer wieder Absurditäten, wie z.B. im Fall eines Bildes von van Gogh, das im Jahr 1990 von dem japanischen Industriellen und Kunstsammler Ryoei Saito zu einem damaligen Rekordpreis von 135 Millionen DM ersteigert wurde. Saito kündigte damals unter Protest der Weltöffentlichkeit an, sich mit diesem Bild bestatten zu lassen. Er verstarb 1996 und hinterließ der Weltöffentlichkeit seine Sammlung mit einmaligen Kunstwerken, doch von dem van Gogh fehlt seitdem leider jede Spur. In diesem Fall liegt, wie es scheint, das Gute und das Absurde sehr nahe beieinander.
Herzlichst,
Ihr
Dr. Wolfgang Wettengel
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